Während der Dokumentationszeit wurde der klinische Effekt der Anwendung der antimikrobiellen Photo dynamischen Therapie nach dem Helbo-Verfahren unter Berücksichtigung von klinischem Verlauf und der bakteriellen Flora untersucht. Durch die systematische Anwendung des Helbo-Therapie-
verfahrens im Rahmen dieses Konzepts wurde initial ein signifikanter Rückgang von parodontal-pathogener Keimbelastung, langfristig und stabil auch eine deutliche Verbesserung der parodontalen Sondierungstiefen und des Blutungsindexes beobachtet. Die antimikrobielle Photodynamische Therapie nach dem Helbo-Verfahren erweist sich als wirksames Verfahren zur gewebeschonenden Parodontitistherapie und -prophylaxe und unterstützt effizient den Langzeiterhalt der Zähne.

Für die Therapie biofilmassoziierter Entzündungen scheint die Entfernung des pathogenen Biofilms von der subgingivalen Wurzeloberfläche zwar ein wichtiges Ziel, jedoch nimmt der Erfolg des mechanischen Debridements bei der Parodontaltherapie mit zunehmender Sondierungstiefe und Furkationsbeteiligung ab [17,27,30]. Daher wird die vollständige Entfernung bakterieller Ablagerungen in vivo eher selten erreicht [10] und bakterielle Reservoire persistieren in unzugänglichen Bereichen. Zur Aufrechterhaltung stabiler Langzeitergebnisse ist eine unterstützende Therapie daher in engen regelmäßigen Abständen durchzuführen. Konventionelle unterstützende antimikrobielle Therapieformen führen oftmals nicht zu langfristigen Verbesserungen. So gelangt bei subgingivaler Irrigation mit antibakteriellen Lösungen die antiseptische Substanz nur in die marginale Hälfte der parodontalen Tasche [18], wohingegen die Wirkung einer Mundspülung ohne Irrigation auf den supragingivalen Bereich beschränkt ist [5]. Der Einsatz invasiver Behandlungsprotokolle unter Anwendung von systemischen Antibiotika muss vor dem Hintergrund des chronischen Charakters der Erkrankung, der starken Nebenwirkungen und der Resistenzbildung als eher kritisch [1] betrachtet werden.

Wirkungsweise der aPDT

Seit vielen Jahren wird über Therapieergebnisse der antimikrobiellen Photodynamischen Therapie (aPDT, bredent medical, Helbo) als ergänzende gewebeschonende Therapie mit hoher Compliancerate berichtet. Durch diese Therapie wird es möglich, an Stellen, die von einem speziellen Farbstoff benetzt und von niedrig energetischem Laserlicht erreicht werden können, eine sofort wirksame Bakterienreduktion in der Regel um zwei bis vier Zehnerpotenzen zu erreichen (Abb. 1)[3,4,8,14,36]. Dies geschieht durch laseraktivierte Anregung eines an die Bakterienwand gebundenen lichtaktiven Farbstoffmoleküls in den Triplettzustand, einen quantenmechanisch hochenergetischen Zustand (Abb. 2). In der Folge entstehen dann durch einen Energietransfer auf lokal vorhandene Sauerstoffmoleküle hochaggressive Singulett-Sauerstoffmoleküle. Der Singulett-Sauerstoff zerstört lokal durch Lipidkettenoxidation wesentliche Strukturen der Bakterienwand und tötet so die angefärbten Mikroorganismen ab.

Lesen Sie den ganzen Artikel kostenlos unter folgendem PDF-Download (Erstveröffentlichung teamwork 3/2017, Seite 176-182):

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Dr. Tilman Eberhard, MSc
Niedergelassener Zahnarzt in Schwäbisch-Gmünd.