Periimplantäre Entzündungen treten häufiger auf, als es Patienten oder Behandler erwarten. Die praktizierten Therapieoptionen, besonders im Initialstadium, zeigen eine große Bandbreite auf – von Negieren der Problematik bis hin zur Explantation. Für die initiale Periimplantitis, auch Mukositis genannt, wird die Verantwortung oftmals in die Hände des Patienten gelegt, verbunden mit der Aufforderung, die Mundhygienemaßnahmen zu optimieren. Da eine periimplantäre Mukositis aufgrund der mikrostrukturierten Implantatoberfläche eine andere Pathogenese als die Gingivitis am Zahn zeigt, sind unterstützende Maßnahmen durch den Zahnarzt oder sein Prophylaxeteam notwendig. Damit das bereits entzündlich geschädigte Weichgewebe nicht weiter traumatisiert wird, sollten chirurgische Interventionen unterbleiben. Auch die topische Applikation von hochdosierten oralen Desinfektionsmitteln, zum Beispiel Chlorhexidin-Gele kann zu einer weiteren Schädigung des Weichgewebes führen. Als minimalinvasiver Ansatz hat sich die antimikrobielle Photodynamische Therapie etabliert, bei der mit einem sterilen Photosensitizer die Zellwand der Bakterien angefärbt wird. Nach einer kurzen Einwirkzeit erfolgt die Aktivierung mittels nicht thermischen Laserlichts, sodass durch die Singulettsauerstoffbildung die Lipidschicht der Zellwand oxidiertund die Bakterien zerstörtwerden. Dieser Prozess ermöglicht die schmerzfreie Dekontamination und unterstützt durch den Low-Level-Laser-Effekt die Regeneration des infizierten Gewebes. Somit kann die initiale Periimplantitis schonend und schmerzfrei therapiert werden.

Erstveröffentlichung des Statements von PD Dr. Jörg Neugebauer in teamwork, Ausgabe 4/2017

 

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PD Dr. Jörg Neugebauer