Kammerhaltende Techniken

Die verschiedenen Ridge- und Socket- Preservation-Techniken haben eines gemeinsam: das Ziel, das Ausgangsvolumen nach Zahnentfernung möglichst beizubehalten. Trotz größter Vorsicht lässt es sich jedoch nicht vermeiden, dass ein Teil des Knochens verloren geht [1, 2, 18]. Eine Ursache dafür ist die mit der Extraktion verbundene Zerstörung des Zahnhalteapparats, der in direktem Kontakt zum Knochen steht. Auch eine Deperiostierung im Falle einer Lappenpräparation schränkt die Blutversorgung ein und führt zu knöchernen Resorptionen. Eine Extraktion ist immer auch mit einem Trauma verbunden. Je schwerer das Trauma für die bukkale Lamelle ausfällt, desto eingeschränkter ist die Blutversorgung innerhalb des Knochens (Abb. 1).

Da die Alveole in jedem Fall Volumen verliert, ist ein vorsichtiges Vorgehen von Vorteil. Ein mikrochirurgisches Konzept hilft, eine schnellere Revaskularisierung zu ermöglichen [5]. Auch Wundheilungsbeschleuniger können positive Effekte zeigen [3, 4, 14, 16, 17].

Die verschiedenen Maßnahmen können in sechs Gruppen eingeteilt werden:
• nur Knochenersatzmaterial
• Verschluss der Alveole mit einem freien
Schleimhauttransplantat mit oder
ohne Knochenersatzmaterial
• Verschluss der Alveole mit einer Kollagenmatrix
mit oder ohne Knochenersatzmaterial
• Verschluss der Alveole mit einer
Membran mit oder ohne Knochenersatzmaterial
• primäre Deckung der Alveole mit oder
ohne Knochenersatzmaterial
• spontane Abheilung

Bei der Auswahl der idealen Technik, spielen die spätere Versorgung sowi die Region (ästhetische oder funktionelleZone) eine zentrale Rolle. Die verschiedenen Techniken können danach eingeteilt werden, ob im weiteren Verlauf ein Reentry stattfinden soll (zum Beispiel im Rahmen einer Implantation) oder kein weiterer chirurgischer Eingriff geplant ist (Pontic).

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung teamwork, Ausgabe 6/2018 ab Seite 382): 

 

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Dr. Frederic Kauffmann
Oberarzt, Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Julius-Maximilians-Universität, Würzburg