In Zahlen wurde durchschnittlich ein um 0,9 mm erhöhtes BL in der SMP-Gruppe beobachtet, so die Studie, in der anderen hingegen reduzierte sich dieses um 0,1 mm.  Alle anderen Parameter unterschieden sich in den beiden Studiengruppen im genannten Beobachtungszeitraum nicht.  BOP nahm in beiden Gruppen von 90 % auf 30 % ab, die Ergebnisse kollabierten aber wieder und lagen beim Zwölf-Monats-Follow-Up bei 70 %.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass Regionen mit zugefügtem SMP während der Follow-Up-Phase eine Vorherrschaft von grampositiven/aeroben Bakterien aufweisen und zwölf Monate post OP (eine) höhere BL besitzen.

Folgerung für den Praktiker

Die Periimplantitistherapie stellt den Behandler noch immer vor Herausforderungen.  Diese Studie gibt erste Ansätze, jene auch vorhersagbar zu bewältigen. Die momentane Empfehlung zur chirurgischen Intervention reduziert sich auf eine Lappenoperation mit SRP unter Sicht.  Die regenerative Komponente wird zwar nicht abgelehnt; es konnte aber bis zu diesem Zeitpunkt kein therapeutischer Effekt an erkrankten Implantaten nachgewiesen werden.

Diese noch sehr kleine Studie jedoch überträgt den Erfolg der SMP – in der Parodontitistherapie längst etabliert – nun auch auf die Periimplantitistherapie.  Es konnten nicht nur bessere Knochenregeneration nachgewiesen werden; mit der Besiedelung durch eine neue unpathogenere Mikroflora wird die Hypothese unterstützt, dass SMP zusätzliche Knochenresorption verhindert.  Dennoch ist auch in diesem Bereich das Indikationsfeld von SMP eingeschränkt und es muss individuell evaluiert werden, ob die Defektmorphologie einen Einsatz zulässt.

Originalpublikation // Isehed C, Holmlund A, Renvert S, Svenson B, Johansson I, Lundberg P. // Effectiveness of enamel matrix derivative on the clinical and microbiological outcomes following surgical regenerative treatment of peri-implantitis. A randomized controlled trial. J Clin Periodontol. 2016 Oct //

Lesen Sie hier die komplette Studie.

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Annika Kröger
Annika Kröger hat in Bonn Zahnmedizin studiert und befindet sich derzeit in der Weiterbildung an der Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung & Präventive Zahnheilkunde, Universität Bonn. Ihre Promotionsarbeit beschäftigt sich mit dem Mikrobiom periimplantärer Erkrankungen.