„Die Anwendung ist so banal einfach, dass viele verblüfft sind, wie gut und schnell es tatsächlich funktioniert“, sagt Jacubeit. Er betont diesen Fakt gerne, da scheinbar bei vielen Medizinern noch Vorurteile gegenüber IT-Anwendungen vorliegen. Zu umständlich, zu zeitaufwendig und damit zu teuer. Auf LifeTime treffe dies definitiv nicht zu.

Die leichtgewichtige Software läuft im Hintergrund auf dem Praxis-PC mit. Möchte der Behandler ein Röntgenbild, einen Heil- und Kostenplan etc. weitergeben, klickt er einfach auf „drucken“ und das Programm schiebt sich in den Vordergrund. Der Arzt muss dann nur noch die Handynummer und die Versichertennummer des Patienten eingeben und schon geht das Dokument raus – das war’s.

Einfach und sicher

Der Arzt muss sich keine Gedanken darüber machen, ob der Patient die App bereits installiert hat. Ist dies nicht der Fall, erhält der Empfänger automatisch mit der Zusendung des ersten Dokuments einen Download-Link, der direkt zur App führt, die für ihn kostenlos ist. Jacubeit betont, dass LifeTime die einzige Möglichkeit ist, Dokumente datenschutzkonform digital zu versenden. „Wenn man sensible Dokumente unverschlüsselt per E-Mail versendet, kann man seine Approbation verlieren“, betont Jacubeit. Man könne die Patienten hier über die Risiken aufklären und auch Einverständniserklärungen einholen. Dieser Versandweg sei jedoch einfach nicht sicher und somit nicht empfehlenswert.

Anders als alle anderen im Markt speichert LifeTime die Daten nicht in einer zentralen Cloud; das Unternehmen hat keinen Zugriff auf die verschickten Dokumente. „Es ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen zwei Parteien, ohne dass ein Unternehmen zwischengeschaltet ist. Das soll das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis widerspiegeln“, erklärt Jacubeit. Das Unternehmen verbinde als Technologie-Anbieter zwei Menschen miteinander, ohne Einsicht in die getauschten Daten zu haben. Auf dem Smartphone des Users werden die Dateien in einem verschlüsselten Container abgelegt, erscheinen nicht in der Foto-Galerie des Geräts und sind somit nur über die App durch den Smartphone-Benutzer einsehbar.

Rundum informierte und mündige Patienten

Der Patient verlasse die Praxis also mit einem Packen an Informationen inklusive Weiterbehandlungshinweisen. Dies trage zur größeren Effektivität der Praxis und einer besseren Behandlung bei. „Wenn man einem Patienten mitteilt, was er für die nächste Sitzung mitbringen soll bzw. was er zu Hause nun beachten muss, hat er die Informationen meist schnell wieder vergessen“, sagt Jacubeit. Der Arzt verlängere seine Reichweite durch die App mit zwei Klicks um ein vielfaches und könne eine lückenlose Führung für die Nachbehandlung gewährleisten.

Auch aus Praxismarketing-Gesichtspunkten bietet die App einen positiven Effekt. Mit dem Nachbehandlungshinweis platziert sich die Praxis mit ihrem Profil, Kontaktdaten etc. auf dem Gerät des Patienten.

Bedarf ist vorhanden

Jacubeit, selbst Humanmediziner und promovierter Elektrophysiologe, sah sich zu Beginn seiner Karriere in der Chirurgie „massiv damit konfrontiert“, dass die Verfügbarkeit digitaler Helfer und Anwendungen der generellen Entwicklung im Consumer-Bereich weit hinterherhinkte. Vieles, was im privaten Bereich schon möglich sei, werde in der beruflichen Welt der Mediziner noch lange nicht genutzt. Da Jacubeit sich selbst neben dem Job schon lange mit dem Programmieren beschäftigte, wollte er diesen Zustand ändern. „Deshalb habe ich vor drei Jahren gegründet, mit dem Grundkonzept, einen digitalen Austausch zwischen Arzt und Patient zu ermöglichen, der datenschutzkonform und so einfach ist, dass er in Praxisprozessen auch abbildbar ist, und Patienten eine so gute und angenehme User-Experience bietet, wie sie es normalerweise von Apps wie WhatsApp und Co. gewöhnt sind“, erklärt Jacubeit.

In Ballungszentren, wo man sich mit der eigenen Praxis von den Kollegen absetzen muss, sei die Innovationsbereitschaft höher als im ländlichen Bereich, wo die Arztdichte und somit die Auswahl für den Patienten ohnehin nicht so hoch sei. Generell sehe die junge Generation von Ärzten es als selbstverständlich an, über solche Hilfsmittel verfügen zu können. Dann gebe es eine ältere Generation, die durchaus aufgeschlossen sei und den Nutzen von Programmen wie LifeTime zwar sehe, jedoch im Bezug auf Datenschutz und Usability Bedenken habe – trotz einer unabhängigen Zertifizierung des Datenschutzes durch ePrivacy. „Früher waren IT-Anwendungen häufig sehr teuer und haben manchmal nicht so gut funktioniert, wie man sich das gewünscht hat“, sagt Jacubeit. Dies sei nun aber anders, außerdem könne man Abonnements inzwischen häufig bereits monatlich kündigen, sodass der Verlust auf Seiten der Praxis minimal sei, sollte man mit dem gebuchten Service nicht einverstanden sein.

Demo-Version soll Zweifel beseitigen

Die LifeTime-Anwendung kostet Praxen 9,90 Euro pro Monat. Es gibt eine kostenlose Demo-Version, die den Prozess des Dokumentenversands einfach in drei Schritten erklärt. So können Interessierte sich mit dem Vorgang vertraut machen, bevor sie in den digitalen Helfer investieren.

Unter https://doc.lifetime.eu/dentologie können Sie ohne Registrierung in drei Minuten erleben, wie das System funktioniert und auf dem Smartphone auch die Seite des Patienten durchlaufen.

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mm
ist Redakteur beim Deutschen Ärzteverlag und berichtet im Dental Online Channel von zahnmedizinischen Kongressen. Hauptgebiete Wirtschaft und Praxismanagement.