Dr. Axel Otto, Hafenlohr, sprach über Praxismanagement und Mitarbeiterführung.
Dr. Axel Otto, Hafenlohr, sprach über Praxismanagement und Mitarbeiterführung. © Andreas Berger

Über dieses Thema sprach er während des DGI-Kongresses in Hamburg in einem Workshop von Dentsply Sirona. Der Titel seines Vortrages: One team – One dream oder Anarchie? Das Ziel: Die Teilnehmer sollten lernen, wie sie Strukturen schaffen, die ihre Praxis nachhaltig beeinflussen und professionelles gemeinsames Arbeiten ermöglichen – und so den Praxisalltag erleichtern. Axel Otto ist Inhaber und zahnärztlicher Leiter der MVZ Curvadent GmbH mit 50 Mitarbeitern in Hafenlohr im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.

Google sei bereits etliche Male zum besten Arbeitgeber der Welt gekürt worden, sagt Axel Otto, und wirft per Beamer neun Punkte an die Leinwand, die das Suchmaschinenunternehmen gegenüber seinen Arbeitnehmern anwende – und deshalb bei ihnen so beliebt sei:

  • 1. Sinn stiften.
  • 2. Den Mitarbeitern vertrauen. (Axel Otto: Das bedeute auch, die Stärken von Mitarbeitern zu kennen und ihnen dazu passende Aufgaben zu übertragen.)
  • 3. Mitarbeiter einstellen, die besser sind als man selbst. (Axel Otto: „Oh, und das mit dem zahnärztlichen Ego. Dazu sind wir nicht gerade geboren, aber da müssen wir lernen.“)
  • 4. Entwicklung und Leistung richtig managen. (Axel Otto: Herausfinden, was Mitarbeiter können.)
  • 5. Die besten Mitarbeiter zu Trainern machen. (Axel Otto: Dieser Punkt sei wichtig. Denn was passiere, wenn die Mitarbeiterin, die gut in der Abrechnung sei, plötzlich krank wird? Wer übernimmt dann? Deshalb müssten andere Mitarbeiter von dieser guten Kollegin geschult werden.)
  • 6. Sparsam sein – und großzügig.
  • 7. Ungleich entlohnen. (Axel Otto: Es sei unfair und unsozial, wenn ein schlechter Mitarbeiter das gleiche Geld bekomme wie ein guter.)
  • 8. Impulse geben.
  • 9. Wieder von vorne anfangen. (Axel Otto: „Sie werden nie fertig.“)
  • Wer in dieser Art seine Mitarbeiterführung betreibe, der motiviere sie. Und motivierte Mitarbeiter sorgten nicht nur für gute Arbeitsabläufe, sondern sie seien automatisch auch Multiplikatoren nach außen. Das sorge nicht nur dafür, dass potenzielle Patienten davon erfahren, sondern wecke auch Interesse bei potenziellen guten Mitarbeitern.

    Für ein Unternehmen sei es auch wichtig, die Leistung seiner Mitarbeiter messbar zu machen. Dafür hat Dr. Axel Otto einen Bewertungsbogen eingeführt. „Ich wurde gehasst – vor allem von den schlechten Mitarbeitern.“ Mit diesem Bogen bewerten Vorgesetzte einzelne Kritierien, zum Beispiel, ob ein Mitarbeiter pünktlich ist, teamfähig, ob er einen Patientenbezug herstellt, welchen Bezug er zur Praxis hat, ob er bereit ist, flexibel zu arbeiten, welches Arbeitstempo er hat und welche Qualität er dabei liefert. Heraus kommt eine Zahl ähnlich einer Schulnote. Der Bewertungsbogen zeigt, welche Defizite der Arbeitnehmer aus Sicht des Vorgesetzten hat. Und er bietet ihm die Chance, an diesen Defiziten zu arbeiten.

    Und noch einen Tipp hat Dr. Axel Otto für seine Kollegen in Sachen Mitarbeiterführung: „Erstellen Sie ein Organigramm.“ Das gebe allen Mitarbeitern – und vor allem den neuen – einen Überblick, wer für welche Aufgaben zuständig ist. Der Zahnarzt aus Hafenlohr empfiehlt, alles darin zu vermerken, auch kleinere und Sonderaufgaben. „Die kleinsten Kleinigkeiten müssen Sie festschreiben.“ Sonst erledige sie niemand.

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    Andreas Berger
    Redakteur im Verlag teamwork media.