Eine zahnärztliche Einzelpraxis durch Übernahme zu gründen, wird von Jahr zu Jahr teurer. Das hat eine Analyse der apoBank ergeben.
Eine zahnärztliche Einzelpraxis durch Übernahme zu gründen, wird von Jahr zu Jahr teurer. Das hat eine Analyse der apoBank ergeben. © Pixabay

Aber nicht die gezahlten Übernahmepreise waren ausschlaggebend für den Anstieg. Sie blieben mit 176.000 Euro im Durchschnitt stabil. Sondern die Investitionen von 178.000 Euro in Umbau, Ausstattung und Modernisierung.

„Die durchschnittlich gezahlten Kaufpreise haben sich seit dem bisherigen Höchststand im Jahr 2017 mit 184.000 Euro sogar leicht rückläufig entwickelt“, sagt Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der apoBank. „Ein Blick in den Markt zeigt: Trotz der in der Zahnmedizin bekannten und vielfach beschriebenen Trends zur Anstellung, ist die Zahl der zahnärztlichen Existenzgründer seit Jahren recht stabil. Dennoch bewegen wir uns zunehmend in einem Käufermarkt, da das Angebot der zum Verkauf stehenden Praxen wächst. Das liegt insbesondere an der steigenden Zahl von älteren Zahnärzten, die kurz vor dem Ruhestand stehen.“

© apoBank / statista

Trend zu hochpreisigen Praxen hält an

Eine durchschnittliche Betrachtung spiegele immer nur bedingt das ganze Marktgeschehen wider, auch Zahnärzte gründeten ihre Praxen individuell mit unterschiedlich hohen Praxisinvestitionen: Laut apoBank reicht die Bandbreite der Kaufpreise inklusive der vorgenommenen Investitionen hier von mittleren fünfstelligen bis hin zu hohen sechsstelligen Beträgen. Auffällig sei, dass der Anteil der hochpreisigen Praxen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen habe. Mittlerweile investierten 20 Prozent der Zahnärzte, die sich durch Übernahme in einer Einzelpraxis niederlassen, mehr als eine halbe Million Euro in die Existenzgründung.

Investitionen bei Neugründung am höchsten

Der teuerste Weg, sich niederzulassen, sei, eine zahnärztliche Einzelpraxis neu zu gründen: 2019 hätten sich die Ausgaben dafür im Durchschnitt auf 493.000 Euro belaufen. Auch die Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) erfordere verhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand. 2019 hätten Zahnärzte für einen Praxisanteil von 50 Prozent 470.000 Euro investiert.

Die geringsten Praxisinvestitionen fallen laut apoBank an, wenn auf vorhandene Strukturen aufgebaut wird. So hätten 2019 zahnärztliche Existenzgründer zum Beispiel durch Übernahme einer kompletten Praxis für einen hälftigen Praxisanteil inklusive Übernahmepreis 288.000 Euro investiert. Zahnärzte, die in eine bereits bestehende BAG eingestiegen sind, kämen für einen 35-prozentigen Praxisanteil im Schnitt auf einen Kaufpreis von 224.000 Euro, hinzu kämen Investitionen von im Schnitt 68.000 Euro. Der Gesamtbetrag belaufe sich also auf 292.000 Euro.

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Bevorzugt: Vorhandene Praxen

Neugründungen – ob Einzelpraxen oder Berufsausübungsgemeinschaften – spielten auch 2019 kaum eine Rolle. Stattdessen griffen Zahnärzte laut apoBank bei der Existenzgründung nach wie vor lieber auf bereits vorhandene Praxen zurück. Entsprechend sei die Übernahme als Einzelpraxis mit 65 Prozent, aber auch die gemeinsame Praxisübernahme mit acht Prozent insgesamt wesentlich beliebter. Aber auch der Einstieg in bestehende BAG könne eine gute Möglichkeit sein, sanft in die Selbständigkeit zu starten. 2019 hätten 15 Prozent der Existenzgründer diese Option gewählt.

„Insgesamt sind die allgemein zu beobachtenden Konzentrations- und Kooperationstrends in der zahnmedizinischen Berufsausübung bei den Existenzgründern nicht so deutlich zu erkennen“, sagt Zehnich. „Auch die Gründung von Zahnärztlichen Medizinischen Versorgungszentren (Z-MVZ) beziehungsweise die Beteiligung daran spielt bei den Existenzgründern nach wie vor fast keine Rolle, obwohl die Zahl der Z-MVZ seit Jahren steigt. Wenn sich Zahnärzte für ein Z-MVZ als Praxisform entscheiden, dann sind diese häufig bereits seit langem niedergelassen. Der Wechsel erfolgt zum Beispiel durch Umfirmierung vorhandener Praxen oder durch Zusammenschlüsse von bestehenden Praxen.“

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Die Methode

Der Analyse 2019 lag eine Stichprobe von rund 500 durch die apoBank begleiteten zahnärztlichen Existenzgründungen zugrunde. Die Daten wurden anonymisiert und gemeinsam von apoBank und dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) ausgewertet.

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