Weniger Mehrwehrtsteuer durch Corona: Investitionsvorteile in der Praxis clever nutzen
Weniger Mehrwehrtsteuer durch Corona: Investitionsvorteile in der Praxis clever nutzen © Pixabay

Die Experten gehören zur Steuerberaterkanzlei Wilde und Partner, Bergisch Gladbach, und zum Dienstleister für Praxisentwicklung, m-dens. In unserer neuen Serie geben sie Zahnmedizinern jede Woche Tipps rund um Steuerberatung, Recht, Finanzen und Betriebswirtschaft. Mehr über die Serie und die Experten erfahren Sie unten im Artikel. In dieser ersten Folge geht es um Investitionsvorteile durch Coronamaßnahmen der Bundesregierung.




Drei Prozent sparen – oder befristete Wiedereinführung der degressiven Abschreibung

Zu dem Konjunktur- und Zukunftspaket der Bundesregierung gehört als zentrale Maßnahme eine befristete Senkung der Umsatzsteuer. Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2020 sinkt der Regelsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent. Das bedeutet für Zahnarztpraxen, die (außerhalb des Labors) eine Investition mit Lieferung und Rechnungsstellung in 2020 tätigen, eine Ersparnis von drei Prozent.

Dr. Jens-Peter Damas, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht© Wilde und Partner
Dr. Jens-Peter Damas, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht
Noch viel interessanter als die Einsparung auf Basis der Mehrwertsteuersenkung kann für Praxisbetreiber die befristete Wiedereinführung der degressiven Abschreibung sein. Sie erlaubt es, den Wert von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 oder 2021 angeschafft werden, in Höhe von bis zu 25 Prozent, höchstens jedoch das 2,5-fache der linearen Abschreibung, anzusetzen. Im Jahr der Anschaffung ergibt sich bei der degressiven Abschreibung der höchste Abschreibungsbetrag und im letzten Jahr der Abschreibung der niedrigste. So kann also schon im Jahr der Anschaffung ein recht hoher Teil des Kaufpreises steuerlich geltend gemacht werden. Und das kann Praxen zusätzliche finanzielle Freiräume verschaffen.


Der Liquiditätsvorteil lässt sich noch steigern, wenn der Zahnarzt eine tilgungsfreie Finanzierung nutzt, etwa wie beim KfW-Unternehmerkredit 047 (zehn Jahre Laufzeit, zwei Jahre tilgungsfrei, 1,0 Prozent Zins p.a.).

Der nachfolgende beispielhafte Fall geht von einer Praxis mit einem Jahresüberschuss von 130.000 Euro p.a., einem Steuersatz von 40 Prozent und der Nutzung des KfW-Unternehmerkredit 047 (zehn Jahre Laufzeit, zwei Jahre tilgungsfrei, 1,0 Prozent Zins p.a.) aus:

AfA steht für "Absetzung für Abnutzung". Gemeint ist die Abschreibung.© Wilde und Partner
AfA steht für „Absetzung für Abnutzung“. Gemeint ist die Abschreibung.

Von Dr. Jens-Peter Damas, Wilde und Partner

Neue Serie

Expertentipps für Zahnärzte rund um Steuern, Finanzen, Recht und Betriebswirtschaft

Zahnärzte sind auch Unternehmer. So haben sie häufig mit Fragen rund um die Themen Steuerberatung, Recht, Finanzen und Betriebswirtschaft zu tun. Bei uns gibt es ab jetzt wöchentlich wertvolle Tipps zu diesen Themen. Dafür arbeiten wir mit Experten der Steuerberaterkanzlei Wilde und Partner zusammen. Die Kanzlei ist mit über 600 Mandanten aus dem Bereich der Heilberufe eine der führenden Steuerberaterkanzleien für Ärzte und Zahnärzte in Deutschland. „Wie für Sie in der Zahnmedizin ist auch für uns als Steuerberater Spezialisierung wichtig und für unsere Mandanten ein enormer Vorteil. Im Vergleich zu unspezialisierten Kanzleien sind unsere Abläufe perfekt auf Ihre Bedürfnisse angepasst und das spezifische Branchenwissen hilft uns jeden Tag.“ Weiteres Expertenwissen kommt von m-dens. Das Unternehmen ist Dienstleister für Praxisentwicklung.

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Wilde und Partner, Steuerberaterkanzlei
Wilde und Partner ist eine Steuerberaterkanzlei aus Bergisch Gladbach. Mit über 600 Mandanten aus dem Bereich der Heilberufe ist Wilde und Partner eine der führenden Steuerberaterkanzleien für Ärzte und Zahnärzte in Deutschland.