Zahnmedizinstudentin Viktoria Diederich spricht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Zahnmedizinstudentin Viktoria Diederich spricht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. © www.bundesregierung.de

Zahnmedizinstudenten an der Universitätsklinik Frankfurt, Goethe-Universität, haben im praktischen Teil ihrer Ausbildung mit vielen Patienten zu tun – und müssten ihre Corona-Schnelltests immer wieder selbst bezahlen. Die humanmedizinischen Mitarbeiter der Universitätsklinik Frankfurt hingegen müssten nicht dafür bezahlen. Das berichtet Studentin Viktoria Diederich während des Bürgerdialoges mit Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin hält kurz inne – sagt dann: „Das ist ja komisch. Dem muss man doch mal nachgehen. Es kann ja nicht sein, dass Sie dafür, dass Sie ihre Ausbildung da machen, immer alle Tests selbst bezahlen müssen. (…) Was sagen denn Ihre Professoren dazu, dass sie so anders behandelt werden?“ Viktoria Diederich: „Dass sie es auch sehr schade finden.“

Die Bundeskanzlerlin verspricht der Zahnmedizinstudentin: „Wir müssen dem nachgehen. Insbesondere der Sache mit dem Testen, und dass die Humanmediziner so anders behandelt werden als die Zahnmediziner. Das leuchtet mir nicht auf den ersten Blick ein.“

Warum Zahnmediziner auch in größerem Rahmen nicht so behandelt werden wie Humanmediziner, nämlich mit Blick auf den Corona-Rettungsschirm, unter dem Zahnärzte keinen Platz gefunden haben, dahin kam das Gespräch zwischen Viktoria Diederich und Angela Merkel nicht. Denn nach wenigen Minuten war es beendet, damit ein weiterer Student in dem etwa eineinhalbstündigen Bürgerdialog zu Wort kommen konnte.

Doch zumindest hat die Bundeskanzlerin einen Eindruck davon bekommen, wie das Studium von Zahnmedizinern in Frankfurt derzeit aussieht. Viktoria Diederich berichtete: „Ich gehe jeden Tag in die Uni, ich behandele jeden Tag Patienten. (…) Unsere Patienten – im Gegensatz zu vielen Fächern der Humanmedizin – haben bei 100 Prozent der Behandlungen keine Maske auf. (…) Wir sind noch keine Superprofis, wir brauchen länger für die Behandlungen, und wir sind dadurch über einen langen Zeitraum, zum Teil über mehrere Stunden in einem Abstand von 20 Zentimetern über einem Patienten, der uns gegenüber nicht geschützt ist. Wir tragen FFP2-Masken und Visiere und versuchen somit, unser Umfeld und uns selbst soweit zu schützen. Aber es ist zurzeit normal, dass die Hälfte meines Semesters eine rote App hat.“ Damit meint sie die Corona-Warnapp, die bei Risikobegegnungen die Farbe Rot zeigt. „Wir gehen trotzdem jeden Tag weiter in die Uni. Es gibt einige positiv getestete Fälle bei uns im Semester.“

Viktoria Diederich: „Ich sehe jeden Tag 100 Menschen, meine App ist rot, aber es scheint niemanden zu interessieren.” Angela Merkel: „Mit einer roten App müssten Sie permanent in Quarantäne sein.“ Es heiße, so Viktoria Diederich weiter, dass sie dennoch weiterhin in die Uniklinik kommen solle, denn durch die FFP2-Maske sei sie ja geschützt.

Hier können Sie sich das Video des Bürgerdialogs anschauen. Das Gespräch mit Viktoria Diederich startet bei 1:21:00.

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Andreas Berger
Redakteur im Verlag teamwork media.